Zweitzeugen Workshop im Lernzentrum des BVB mit Stadionführung

Am 15. März waren wir im Stadion. Dort sind wir mit der Bahn hingefahren.

Als wir angekommen sind, haben wir uns erst einmal hingesetzt und gefrühstückt.

Dann sind 2 Frauen und 1 Mann zu uns gekommen. Wir wurden in 2 Gruppen eingeteilt.

Eine Gruppe ging mit den 2 Frauen und Frau Beer. Die andere Gruppe startete mit dem Mann, Frau Scheller und Frau Hertle mit der Stadionführung.

 

Mit den beiden Frauen sind wir zuerst in das Lernzentrum des BVB gegangen. Das befindet sich mitten im Stadion. Dort starteten wir mit dem Workshop.

Zuerst haben wir über den 2. Weltkrieg gesprochen und erzählt, was wir schon wissen.

Danach sollten wir uns eine Postkarte mit Sprüchen aussuchen. Das waren Sätze von jüdischen Überlebenden, die im 2. Weltkrieg verfolgt wurden.

Außerdem haben wir gelernt, dass extra ganz viele Regeln und Gesetze erlassen wurden, damit jüdische Menschen keine normalen Alltagsdinge mehr machen können. Dafür haben wir zuerst unseren Tagesablauf angeschaut und gemerkt, dass zum Schluss alle normalen Dinge für Juden und Jüdinnen verboten waren.

Nach diesem 1. Teil des Workshops haben wir die Stadionführung gemacht. Der Mann vom Beginn hat uns dafür abgeholt. Zuerst sind wir auf eine Tribüne gegangen. Dort haben wir ein paar Fotos gemacht und ein bisschen über den Verein gesprochen. Danach sind wir einige Treppen hochgegangen. Wir sind an den VIP – Plätzen angekommen. Dort haben wir noch einmal etwas gefrühstückt. Dann sind wir zu den Spielerkabinen gegangen. Dort war es nicht sehr luxuriös. Der Mann hat erklärt, dass dies extra so ist, weil Dortmund eine Arbeiterstadt war. Deswegen sind die Wände grau gestrichen.

Ronaldo hat sich einmal darüber beschwert, dass es keine Föhne in der Gästekabine gibt. Der Föhn, der eigentlich in der Gästekabine sein sollte, wurde irrtümlich in der Heimkabine montiert. Da hängen nun 2 Föhne.

Danach sind wir durch den Spielertunnel zum Spielfeld gegangen. Wir durften uns auf die Spielerplätze setzen. Danach haben wir die andere Gruppe wieder getroffen und sind zur Bahn gelaufen.

Nach einer Woche kamen die beiden Frauen des Zweitzeugenprojektes zum 2. Teil des Workshops zu uns in die Schule.

Jetzt haben wir die Geschichte einer überlebenden Jüdin kennengelernt. Sie lebte von 1924 – 2021. Sie hat also den gesamten 2. Weltkrieg miterlebt. Die Frau hieß Elisheva. Die Geschichte beginnt damit, dass ihre Eltern sehr beschäftigt waren und sie deshalb viel Zeit mit ihren Großeltern verbrachte. Sie lebte in den Niederlanden an der Nordsee. Die Oma war sehr lieb und der Opa ein guter Geschichtenerzähler.

Als Hitler 1933 an die Macht kam, hat er viele Sachen für die Juden verboten. Weil Elisheva eine Jüdin war, durfte sie keine Freizeitveranstaltungen besuchen. Die Eltern wollten aber, dass sich ihre Jugendlichen auch weiter mit anderen treffen können. Daher haben sie andere jüdische Jugendliche zu sich nach Hause eingeladen. Bei einem dieser Treffen lernte Elisheva Bernie kennen. Die beiden haben sich verliebt. Einige Zeit später, als Hitler immer mehr Juden in Lager schickte, konnte sich Elisheva verstecken. Der Chef ihres Vaters organisierte ein Versteck für ihre Familie. Dies musste Elisheva unbedingt ihrem Bernie erzählen. Bernie sagte, dass auch er sich verstecken würde. Sie versprachen sich, sich gegenseitig ihre Tagebücher zu schicken. So würden sie wenigstens in Kontakt bleiben.

Am nächsten Tag setzte sich Elisheva mit ihrer Familie in den Zug und kam in ihrem 1. Versteck an. Die nächsten 3 Jahre verbrachte sie in 13 Verstecken.

Einmal wurden sie fast entdeckt. Sie saß unter einem Dielenboden. Direkt vor ihrem Gesicht stieß ein Nazi einen Dolch durch den Boden. Sie hatte großes Glück, dass sie nicht getroffen und entdeckt wurde. Dieses Versteck unter dem Dielenboden gehörte Herrn Koistra. Einmal konnte er nicht schnell genug die Tür aufmachen, als die Nazis kamen um nach Juden zu suchen. Da öffnete Elisheva, als angebliches Dienstmädchen, die Tür. Die Nazis wollten natürlich mit Herrn Koistra sprechen. Elisheva sprach: „Herr Koistra ist krank. Wenn sie aber zu ihm möchten, halten sie sich besser ein Tuch mit diesem Lösungsmittel vor die Nase, damit sie sich nicht anstecken.“ Da bekamen die Nazis Angst, so dass sie schnell weggingen.

Nach dem Krieg wollte Elisheva ihren Bernie treffen. Sie hatten sich für den 1. Mittwoch nach dem Krieg auf einer Bank verabredet. Doch Bernie kam nicht. Sie fand raus, dass Bernie an die Nazis verraten wurde. Die Nachbarn hatten gehört, dass in dem Haus die Toilettenspülung so oft ging. Sie dachten sich, dass dort nicht nur eine Familie leben kann und verrieten dies.

Einige Zeit nach dem Krieg fiel Elisheva ein anderer Mann quasi vor die Füße. Vor ihrem Haus gab es 2 Stufen und der Mann stolperte. So lag er vor ihren Füßen und die beiden verliebten sich ineinander. Elisheva hätte selber nicht gedacht, dass sie sich so schnell wieder verlieben würde. Dieser Mann stellte sich als Elmar vor. Er sprach kein niederländisch und die beiden verständigten sich viel mit den Händen und Gesten. Als Elmar nach dem Abendessen mit ihr das Geschirr abwusch, zeigte sie ihm wo er etwas abstellen sollte. Elmar dachte, sie wolle ihn küssen und küsste deshalb sie. Schnell wollten die beiden heiraten.

Am Tag der Hochzeit schellte es an ihrer Haustür und sie bekam ein Paket. Elisheva dachte, es wäre ein Geschenk. Sie öffnete das Paket und erschrak sehr. Es war kein Geschenk, sondern das Tagebuch von Bernie. Sie legte es vorsichtig in einen Koffer und verwahrte es dort ungelesen.

Nach einiger Zeit wurde der Staat Israel gegründet. Es sollte ein eigener Staat für Juden werden. Elmar und Elisheva stiegen auf ein Schiff und zogen nach Israel. Sie nahm dorthin auch den Koffer mit Bernies Tagebuch mit. Sie bekam in Israel eine Tochter. Sie heißt Shula.

Im Jahr 2001 starb ihr Mann Elmar. Erst da schaute sie sich gemeinsam mit ihrer Tochter Bernies Tagebuch an.

Sie veröffentlichte dieses Tagebuch. Dies gibt es aber nicht in der deutschen Sprache.

Elisheva starb 2021. Ihre Tochter ist mittlerweile auch über 60 Jahre alt.

Zum Abschluss des Workshops bekamen wir noch einen Film gezeigt. In diesem Film haben wir Elisheva gesehen.

Danach schrieben wir Briefe für Shula, die zu ihr nach Israel geschickt werden.

Wir bekamen außerdem alle einen Zweitzeugen – Ausweis.

Zweitzeugen sind Menschen, die etwas erzählt bekommen haben und dies nun selbst weitererzählen. So wie ich mit diesem Bericht.

 

Fabio Nadke, 4d

 

Evinger Str. 600
44339 Dortmund
Tel: 0231 - 80 02 27
Fax: 0231 - 728 09 98

E-Mail: brechtener-grundschule@stadtdo.de
Bürozeiten: Mo-Fr, 8.00 - 12.30
Offener Ganztag
Tel.: 0231 - 225 27 64

Zweigstelle:
Am Birkenbaum 35
Tel: 0231 - 80 17 65
Fax: 0231 - 22 52 766
Spiele-Galaxie:
Tel.: 0152 - 07 40 64 87

Schulsozialarbeiterin
Frau Beer
Tel:  0231 - 225 27 67
Handy: 0178 - 160 60 02
E-Mail: alexandra.beer@bgs.nrw.schule

News

25.11.2021

Die Schulfußballmannschaft trainiert wieder

Endlich ist es soweit!